Rote Karte für Antisemitismus, volle Unterstützung für Andreas Büttner
7. Januar 2026
Erklärung der VVN-BdA Kreisverband Uckermark-Barnim (VVN-BdA
Uckermark-Barnim)
Rote Karte für Antisemitismus, volle Unterstützung für Andreas Büttner
Templin, den 07.01.2026 – Die VVN-BdA Uckermark-Barnim verurteilt die Morddrohung gegen den Antisemitismusbeauftragten des Landes Brandenburg, Andreas Büttner, und den Brandanschlag auf das Grundstück seiner Familie auf das Schärfste. Beide Vorfälle bedienten sich dem roten Dreieck, das politische KZ-Häftlinge während der Nazizeit an ihrer Kleidung tragen mussten und das von der Hamas zur Kennzeichnung ihrer Feinde genutzt wird. Antisemitische Vorfälle häufen sich und gehen einher mit dem Erstarken rechtsextremer Kräfte.
Ein Überblick neuerer antisemitischer Vorfälle in Brandenburg zeigt wie
groß die Bedrohung ist:
- Juni 2024: 16 AfD-Abgeordnete verlassen den Sitzungssaal des
Potsdamer Landtages als Andreas Büttner vereidigt wird. - August 2024: Das Auto von Andreas Büttner wird in Templin mit
Hakenkreuzen und anderen rechtsextremen Symbolen beschmiert. - Juli 2025: Der Monitoringbericht der Fachstelle Antisemitismus
berichtet für 2024 von insgesamt 484 antisemitischen Vorfälle in
Brandenburg, ein Anstieg um mehr als 28 Prozent verglichen mit 2023 - Dezember 2025: Die Gedenktafel zur Erinnerung an jüdisches Leben
in Templin wird erneut gestohlen. Zuvor war sie bereits mehrfach
zerstört worden. - Januar 2026: Ein Gebäude auf dem Grundstück von Andreas Büttner
und seiner Familie wird in Templin in Brand gesetzt. Im Brandenburger Landtag in Potsdam geht ein Brief mit einer Morddrohung und mit Beschimpfungen gegen Andreas Büttner ein.
Es ist gerade mal fünf Wochen her, dass wegen der ständigen Zerstörungen der Gedenktafel zur Erinnerung an jüdisches Leben in Templin und dem erneuten Diebstahl dieser Tafel am 1. Dezember vergangenen Jahres, das Zentrum gegen Antisemitismus, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit Land Brandenburg, (ZGA der jüdischen Gemeinden Land Brandenburg) zusammen mit der VVN-BdA UM-Bar eine gemeinsame Erklärung an die Medien weitergeleitet hatte. Auf diese Erklärung wurde trotz der Brisanz des Geschehens durch die lokalen Medien nicht reagiert.
Eindringlich wurde darin auf den unmittelbaren Zusammenhang zwischen sich häufenden antisemitischen Aktionen und dem immer offensiveren Vordrängen rechtsextremer Parteien in die Mitte unserer Gesellschaft verwiesen. Genau diesen Aspekt heben wir erneut hervor.
Die stille Mehrheit unserer Gesellschaft muss endlich laut werden und die Vielfalt, Freiheit und Gleichheit der Menschen in Deutschland verteidigen. Diese Angriffe sind nicht nur Angriffe auf Andreas Büttner und die in Brandenburg wohnenden Juden, sondern auch auf unsere gesamte demokratische Zivilgesellschaft. Die VVN-BdA wurde 1947 von Menschen aller politischen Richtungen gegründet, die das Naziregime und ihre KZs überlebt hatten. Unsere Kernaufgabe ist es, aktiv gegen jede Art von Antisemitismus und gegen alte und neue Nazis und Rassisten einzutreten.
Wir drücken dem Antisemitismusbeauftragten Andreas Büttner unsere volle
Solidarität aus und bitten ihn, in seinem Einsatz für die Rechte und
Belange unserer jüdischen Mitmenschen nicht nachzulassen. Die VVN-BdA
Uckermark-Barnim steht ihm ohne Wenn und Aber bei seinem Engagement
aktiv zur Seite. Es bleibt dabei: Nie wieder ist immer noch jetzt!
