Antisemitismus ist kein Versehen
24. Februar 2026

Gemeinsame Stellungnahme des
Zentrum gegen Antisemitismus, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit Land Brandenburg (ZGA)
und der
Kreisvereinigung der VVN-BdA Kreisverband Uckermark-Barnim (VVN BdA Uckermark-Barnim)
zum Fall Peggy Lindemann (AfD)
Die VVN-BdA Kreisvereinigung Uckermark-Barnim verurteilt auf das Schärfste die Verbreitung antisemitischer NS-Propaganda durch die AfD-Politikerin Peggy Lindemann. Der von ihr geteilte Instagram-Post, der Adolf Hitler verteidigt und Juden als „das absolut Böse“ darstellt, ist kein „Versehen“, sondern ein weiterer Beleg für die systematische Verharmlosung und Verbreitung von Antisemitismus in den Reihen der AfD. Zu bezweifeln ist ihre im Anschluss in den sozialen Netzwerken verbreitete Entschuldigung mit der Aussage: ,,Als ich darauf aufmerksam gemacht wurde, habe ich diese unverzüglich gelöscht.” Es existieren Screenshots mit den Zeitstempeln 20 h und 23 h. Allgemein bekannt ist, dass Storys bei Instagram nach 24 h automatisch ablaufen. Frau Lindenmann lügt, und es ist davon auszugehen, dass sie den antisemitischen Beitrag mit Kenntnis des Inhaltes und des Hintergrundes geteilt hat. Dafür spricht zumindest ein bekannter von ihr in der Vergangenheit geteilter Inhalt, in dem Adolf Hitler indirekt verharmlost wird. Besonders alarmierend ist, dass der Uckermärker AfD-Kreisvorsitzende und Landratskandidat Felix Teichner Lindemann deckt und keine Konsequenzen zieht. Wer wie Teichner solche Taten als „blindes Reposten“ abtut, macht sich mitschuldig an der Normalisierung von Hass und Hetze.
VVN-BdA unterstützt Forderungen von Antisemitismusbeauftragtem Andreas Büttner
Wir stehen voll und ganz hinter den Forderungen des Brandenburgischen Antisemitismusbeauftragten Andreas Büttner:
- Strafanzeige wegen Volksverhetzung gegen Lindemann und die Urheberin des Posts ist richtig und notwendig.
- Sofortiger Rücktritt Peggy Lindemanns von allen politischen Ämtern und Mandaten ist überfällig. Wer antisemitische Hetze verbreitet, hat in demokratischen Gremien nichts verloren.
- Keine Zusammenarbeit mit der AfD: Alle demokratischen Parteien und Institutionen müssen klarstellen, dass sie mit Personen, die NS-Propaganda verbreiten, nicht zusammenarbeiten werden.
Büttners klare Haltung ist ein wichtiges Signal: Antisemitismus darf niemals relativiert werden – egal von wem. Dass Teichner, der selbst für das Amt des Landrats kandidiert, Lindemann schützt und keine Konsequenzen fordert, disqualifiziert ihn für jedes öffentliche Amt.
Seit Jahren ist klar, dass die AfD keine „demokratische Alternative“, sondern eine rechtsextreme Partei ist, die systematisch Grundrechte von Minderheiten angreift und demokratiefeindliche Positionen vertritt. Der aktuelle Fall ist kein Einzelfall, sondern Teil einer langjährigen Praxis: Die AfD relativiert den Holocaust, verbreitet Verschwörungsmythen und bietet eine Plattform für Neonazis und Antisemiten. Wer wie Lindemann NS-Propaganda teilt, handelt nicht aus Unwissenheit, sondern aus Überzeugung – oder zumindest aus Gleichgültigkeit gegenüber den Verbrechen des Nationalsozialismus. Dass Teichner, der für das höchste Amt im Landkreis kandidiert, solche Vorfälle bagatellisiert, zeigt, dass die AfD auch in der Uckermark eine Gefahr für Demokratie und Menschlichkeit darstellt.
Kein Platz für Antisemitismus in der Uckermark – auch nicht im Landratsamt!
Vor den Landratswahlen am 19. April 2026 warnen wir ausdrücklich davor, der AfD und ihrem Kandidaten Felix Teichner Verantwortung zu übertragen. Wer Antisemitismus toleriert, hat kein Mandat für ein Amt, das für den Zusammenhalt und die Sicherheit aller Bürger:innen verantwortlich ist. Wir fordern alle Wähler:innen auf, sich klar gegen die AfD und ihre Hetze zu stellen.
Die VVN-BdA fordert:
- Den Rücktritt Lindemanns, strafrechtliche Konsequenzen und politische Isolation der AfD.
- Keine Stimme für die AfD bei den anstehenden Landratswahlen.
- Eine breite gesellschaftliche Debatte über die Gefahren des Rechtsextremismus und die Verantwortung aller demokratischen Kräfte, sich klar und unmissverständlich gegen Antisemitismus, Rassismus und Faschismus zu stellen.
Die VVN-BdA wird weiterhin gegen jede Form von Antisemitismus, Rassismus und Faschismus kämpfen. Wir rufen alle demokratischen Kräfte in der Uckermark und Barnim auf, sich diesem Kampf anzuschließen und am 19. April 2026 ein deutliches Zeichen gegen die AfD zu setzen. Wer schweigt oder die AfD wählt, macht sich mitschuldig!
VVN-BdA Kreisvereinigung Uckermark-Barnim
Presse-Quellen:
BZ 22.02.2026 AfD-Politikerin verbreitet (angeblich „aus Versehen“) Hitler-Hetze
Jüdische Allgemeine 23.02.2026 AfD-Lokalpolitikerin verteidigt »aus Versehen« Hitler
Nordkurier 23.02.2026 „Aus Tüdeligkeit“: AfD-Politikerin teilt antisemitischen Post
Märkische Oderzeitung 23.02.2026 AfD-Politikerin teilt judenfeindlichen Beitrag
Spiegel 23.02.2026 Antisemitismus und Hitler-Verteidigung »aus Tüdeligkeit«
Fokus 23.02.2026 AfD-Frau teilt Hetze gegen Juden – und nennt es „Tüdeligkeit“
RBB 23.02.2026 Antisemitismusbeauftragter Büttner erstattet Anzeige
