Rund um den 27.01.2026, dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, kann in der Uckermark und im Barnim an verschiedenen Veranstaltungen teilgenommen werden.
Am 25. Januar, 14.00 Uhr, Gedenkspaziergang „Nie wieder Faschismus“ mit anschließendem Austausch bei Suppe. Treffpunkt Bahnhof Biesenthal.
Die nachfolgenden Veranstaltungen sind alle am 27.01.:
09.30 Uhr, Gedenken am VVN-Denkmal in Templin, Höhe Bahnhofstraße 26.
10.00 Uhr, Gedenken am Ehrenmal an der Kirche in Schönow, Dorfstraße 15a.
11.00 Uhr, Eberswalde-Finow, Stille Gedenkveranstaltung an der Eberswalde Straße, zwischen Hausnummer 139 und 141.
11.00 Uhr, Kranzniederlegung am Ehrenmal am Bahnhof Bernau.
13.00 Uhr, Eberswalde, Karl-Marx-Platz, Denkmal für die Opfer des Faschismus, Stilles Gedenken.
Erklärung der VVN-BdA Kreisverband Uckermark-Barnim (VVN-BdA Uckermark-Barnim)
Rote Karte für Antisemitismus, volle Unterstützung für Andreas Büttner
Templin, den 07.01.2026 – Die VVN-BdA Uckermark-Barnim verurteilt die Morddrohung gegen den Antisemitismusbeauftragten des Landes Brandenburg, Andreas Büttner, und den Brandanschlag auf das Grundstück seiner Familie auf das Schärfste. Beide Vorfälle bedienten sich dem roten Dreieck, das politische KZ-Häftlinge während der Nazizeit an ihrer Kleidung tragen mussten und das von der Hamas zur Kennzeichnung ihrer Feinde genutzt wird. Antisemitische Vorfälle häufen sich und gehen einher mit dem Erstarken rechtsextremer Kräfte.
Ein Überblick neuerer antisemitischer Vorfälle in Brandenburg zeigt wie groß die Bedrohung ist:
Juni 2024: 16 AfD-Abgeordnete verlassen den Sitzungssaal des Potsdamer Landtages als Andreas Büttner vereidigt wird.
August 2024: Das Auto von Andreas Büttner wird in Templin mit Hakenkreuzen und anderen rechtsextremen Symbolen beschmiert.
Juli 2025: Der Monitoringbericht der Fachstelle Antisemitismus berichtet für 2024 von insgesamt 484 antisemitischen Vorfälle in Brandenburg, ein Anstieg um mehr als 28 Prozent verglichen mit 2023
Dezember 2025: Die Gedenktafel zur Erinnerung an jüdisches Leben in Templin wird erneut gestohlen. Zuvor war sie bereits mehrfach zerstört worden.
Januar 2026: Ein Gebäude auf dem Grundstück von Andreas Büttner und seiner Familie wird in Templin in Brand gesetzt. Im Brandenburger Landtag in Potsdam geht ein Brief mit einer Morddrohung und mit Beschimpfungen gegen Andreas Büttner ein.
Es ist gerade mal fünf Wochen her, dass wegen der ständigen Zerstörungen der Gedenktafel zur Erinnerung an jüdisches Leben in Templin und dem erneuten Diebstahl dieser Tafel am 1. Dezember vergangenen Jahres, das Zentrum gegen Antisemitismus, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit Land Brandenburg, (ZGA der jüdischen Gemeinden Land Brandenburg) zusammen mit der VVN-BdA UM-Bar eine gemeinsame Erklärung an die Medien weitergeleitet hatte. Auf diese Erklärung wurde trotz der Brisanz des Geschehens durch die lokalen Medien nicht reagiert.
Eindringlich wurde darin auf den unmittelbaren Zusammenhang zwischen sich häufenden antisemitischen Aktionen und dem immer offensiveren Vordrängen rechtsextremer Parteien in die Mitte unserer Gesellschaft verwiesen. Genau diesen Aspekt heben wir erneut hervor.
Die stille Mehrheit unserer Gesellschaft muss endlich laut werden und die Vielfalt, Freiheit und Gleichheit der Menschen in Deutschland verteidigen. Diese Angriffe sind nicht nur Angriffe auf Andreas Büttner und die in Brandenburg wohnenden Juden, sondern auch auf unsere gesamte demokratische Zivilgesellschaft. Die VVN-BdA wurde 1947 von Menschen aller politischen Richtungen gegründet, die das Naziregime und ihre KZs überlebt hatten. Unsere Kernaufgabe ist es, aktiv gegen jede Art von Antisemitismus und gegen alte und neue Nazis und Rassisten einzutreten.
Wir drücken dem Antisemitismusbeauftragten Andreas Büttner unsere volle Solidarität aus und bitten ihn, in seinem Einsatz für die Rechte und Belange unserer jüdischen Mitmenschen nicht nachzulassen. Die VVN-BdA Uckermark-Barnim steht ihm ohne Wenn und Aber bei seinem Engagement aktiv zur Seite. Es bleibt dabei: Nie wieder ist immer noch jetzt!
Zentrum gegen Antisemitismus, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit Land Brandenburg (ZGA)
und der
Kreisvereinigung der VVN-BdA Kreisverband Uckermark-Barnim (VVN BdA Uckermark-Barnim)
Kein Raum für Antisemitismus und Rechtsextremismus!
Gestohlene jüdische Gedenktafel in Templin dank Stadt und Firma Rieck bereits ersetzt. ZGA und VVN-BdA Uckermark-Barnim bedanken sich herzlich
Templin, den 03.12.2025 – Mit Abscheu haben wir, die ZGA und die VVN-BdA Uckermark-Barnim, zur Kenntnis genommen, dass in der Nacht zum 01. Dezember die Gedenktafel zur Erinnerung an jüdisches Leben in Templin gestohlen wurde. Bereits mehrfach haben antisemitische Täter dieses Zeugnis der jüdischen Gemeinde am Berliner Tor beschädigt oder entwendet. Wir danken der Stadt Templin und besonders der Firma Rieck Beschriftungen herzlich, dass sie so schnell reagiert und die Gedenktafel bereits ersetzt haben. Wir werden uns mit der Stadt Templin über ein Sicherheitskonzept verständigen, das unsere Erinnerungsorte vor solchen Attacken künftig besser schützt. Die Angriffe richten sich sowohl gegen das Andenken an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger als auch gegen unsere demokratischen Grundwerte. Dem muss ein Ende gesetzt werden.
In einer Zeit, in der unser Land zunehmend von rechtsextremen Kräften gespalten wird, bitten wir unsere Zivilgesellschaft darum, noch aufmerksamer zu sein und jeglichen Erscheinungen von Rechtsextremismus noch entschiedener entgegenzutreten. Wir erinnern daran, dass vor und in der Zeit des Hitlerfaschismus die meisten jüdischen Menschen die Stadt verlassen mussten oder ermordet wurden und dass ihre Grabstätten geschleift wurden. Das nahe gelegene Frauenkonzentrationslager Ravensbrück, das Jugend-Konzentrationslager Uckermark und mehrere andere Einrichtungen des „3. Reichs“ waren in die Ausbeutung und Vernichtung jüdischen und anders gestalteten Lebens eingebunden. Das jetzige Vergehen an der Gedenktafel steht in unheilvoller Tradition mit den damaligen Ereignissen.
Der Friedhof wurde dank Initiativen der Stadt, ihrer hiesigen Schulen und ihrer Bürgerinnen und Bürger als Gedenkort wieder hergestellt. Die Gedenktafel am Berliner Tor erinnert an das Schicksal der ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Nach mehreren Angriffen in den letzten Jahren wurde Anfang 2025 eine neue Gedenktafel eingeweiht, die nun in der Nacht zum 01. Dezember zum zweiten Mal in diesem Jahr gestohlen wurde. Dass 2025 den 80. Jahrestag der Befreiung Deutschlands von der terroristischen Hitlerdiktatur markiert, unterstreicht die moralische Verwerflichkeit dieser antisemitischen Tat.
Der unmittelbare Zusammenhang zwischen antisemitischen und rassistischen Aktionen und dem offensiven Vordrängen rechtsextrem eingestufter Parteien und Organisationen in die Mitte unserer Gesellschaft ist unverkennbar. Je aktiver rechtsextreme Kräfte in unserem Land und in unserer Stadt agieren, umso mehr häufen sich Angriffe wie jener auf die jüdische Gedenktafel. Nie wieder ist immer noch jetzt!
So, 9.11.2025 Gedenken zur Reichspogromnacht durch Schüler*innen des Christa-und-Peter-Scherpf-Gymnasiums um 16 Uhr in der Nikolaikirche in Prenzlau, anschließend beim Platz der ehem. Synagoge
„Nie wieder ist jetzt“ – Jüdisches Leben in Prenzlau in Prenzlau, So, 9. November 2025, 13:00 Uhr ( Wasserpforte).
Die Nacht vom 9.11. auf den 10.11.1938 ist in die deutsche Geschichte als die »Reichspogromnacht« eingegangen. Diese Nacht war der Beginn des größten Völkermordes in der Geschichte, die für viele Prenzlauer Juden in Theresienstadt endete. Unter anderem an der Wasserpforte, an der einst die Synagoge gestanden hat, werden wir die jüdische Geschichte der Stadt erkunden. Wir werden über Steine stolpern, die uns zeigen, wo einst Prenzlauer Bürger gewohnt haben, die der jüdischen Religion angehörten. Wer weiß schon, dass der Großvater von Walther Rathenau ein gebürtiger Prenzlauer war? Entdecken werden wir auch die zwei jüdischen Friedhöfe. Diese Stadtentdeckung ist den unzähligen Opfern des Nationalsozialismus und ihrer Erinnerung gewidmet.
Die Partnerschaft für Demokratie Uckermark lädt herzlich zur Lesung und zum Publikumsgespräch mit Michel Abdollahi und seinem Buch „Es ist unser Land“ ein. Die Veranstaltung findet in der Aula des Gymnasiums Angermünde statt, Eingang über Schulhof (Heinrichstraße). Beginn ist 19:30 Uhr, Einlass ist ab 19:15 Uhr. Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist notwendig bis 4.11. auf https://eveeno.com/lesung-michel-abdollahi-angermuende-2025 Moderiert wird der Abend von Carla Kniestedt.
Zehn Jahre nach seiner Aufsehenerregenden TV-Reportage »Im Nazidorf«, für die er mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde, und fünf Jahre nach seinem SPIEGEL-Bestseller »Deutschland schafft mich« ist im September Michel Abdollahis neues Buch »Es ist unser Land« erschienen. Darin zieht der Reporter und Moderator Bilanz und konstatiert, dass nichts besser geworden ist – im Gegenteil. Offener Fremdenhass, rechtes Gedankengut, das salonfähig geworden ist, eine heillos zerstrittene bürgerliche Mitte: Abdollahi durchleuchtet die Abgründe der deutschen Gegenwart und zeichnet das Lagebild einer Gesellschaft, in der Menschen mit Migrationsgeschichte mehr und mehr als Fremdkörper wahrgenommen werden.
Der Bestsellerautor geht dahin, wo es wehtut und benennt Missstände deutlich und pointiert. Zugleich zeigt er auf, wie eine Wende gelingen kann hin zu einem friedvollen und vielfältigen Miteinander ohne Rassismus und Populismus. Weitere Infos über den Anmeldelink …
zum 87. Jahrestag der Pogromnacht am Sonntag, 09.11.2025, um 10:00 Uhr. Wir werden gemeinsam die Angermünder Stolpersteine putzen und es wird an verschiedenen Orten Musik und Texte geben.
Wir beginnen auf dem Jüdischen Friedhof in Angermünde (hinter dem Wohnhaus in der Puschkinallee 3 und 4). Von dort aus gehen wir zur ehemaligen Angermünder Synagoge. Es geht weiter durch die ehemalige Judengasse zum Marktplatz und von dort zu den sechs Stolpersteinen in der Jägerstraße.
Die Stolpersteine erinnern an die Familie Gerson. Wer noch unerfahren ist, erhält vor Ort eine praxisbewährte Putzanleitung. Die notwendigen Materialien zum Putzen sind vorhanden. Wer möchte, kann auch ohne zu putzen teilnehmen. Danach gehen wir zu den fünf Stolpersteinen in der Schwedter Straße. Sie erinnern an die Familie Freundlich. Wir werden auch diese Stolpersteine putzen.
Rechtsextreme Gewalt nimmt zu, doch sie ist kein neues Phänomen. Wir erinnern an Marinus Schöberl, der von rechtsextremen Jugendlichen am 12. Juli 2002 in Potzlow brutal ermordet wurde.
Nach den tätlichen Angriffen von vermummten, rechtsextremen Personen gegen Teilnehmende der Kundgebung „Bad Freienwalde ist bunt“ erklärt der Kreisverband Uckermark-Barnim der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ (VVN-BdA), dass er fest an der Seite des Bad Freienwalder Bündnisses steht. Wir rufen alle Menschen im Barnim, in der Uckermark und anderswo dazu auf, am Samstag, dem 21. Juni, zum CSD nach Eberswalde zu kommen. Setzen wir gemeinsam ein deutliches Zeichen gegen Hass, Gewalt und Ausgrenzung und für Vielfalt, Toleranz und Menschenliebe! Lasst uns zeigen, dass wir uns von rechtsextremen Kräften nicht in eine gleichgeschaltete, rückwärtsgewandte Gesellschaft verwandeln lassen!
Der Angriff auf die Veranstaltung von „Bad Freienwalde ist bunt“ am vergangenen Sonntag hat einmal mehr deutlich gemacht, mit welcher Brutalität die rechte Szene vorgeht, um diejenigen einzuschüchtern und mundtot zu machen, die sich für unsere universellen Menschenrechte einsetzen. Ein solches Vorgehen erinnert an die „Baseballschlägerjahre“ – eine Zeit, die unser Land nicht noch einmal erleben möchte! Der parteilose Brandenburger Innenminister René Wilke zeigte eine angemessene Reaktion, indem er spontan Bad Freienwalde besuchte, um seine Solidarität zu bekunden. Fassungslos macht hingegen, wie Ralf Lehmann, Bürgermeister von Bad Freienwalde und CDU-Mitglied, die Gewalt relativiert und den Angegriffenen eine Teilschuld zuschreibt. Wo bleibt da das demokratische Verständnis von Herrn Lehmann? Deutlich wird durch die Aussage von Herrn Lehmann, dass jedes Fest in ostdeutschen Kleinstädten, das keine Menschenverachtung zulässt, politisch ist.
Die Reaktion von René Springer, dem Landesvorsitzenden der AfD Brandenburg, der eine lückenlose Aufklärung und rasche Ermittlung der Täter forderte, kann bestenfalls als scheinheilig eingestuft werden. Schließlich haben seine Parteikollegen Maximilian Fritsche und David Streich unter dem aufstachelnden Motto „Keine Frühsexualisierung von Kindern und gegen die Indoktrination“ einen Stand auf dem Eberswalder Marktplatz an der CSD-Demoroute angemeldet. Der CSD und die Initiative „Bad Freienwalde ist bunt“ stehen für eine vielfältige, tolerante Gesellschaft. Wer den CSD als Veranstaltung zur Sexualisierung der Gesellschaft abtut, hat nicht verstanden, dass es um die Wahrung von Menschenrechten geht.
Der Kreisverband Uckermark-Barnim der VVN-BdA ruft deshalb alle Menschen im Barnim, der Uckermark und anderswo dazu auf, sich am 21. Juni ab 13 Uhr auf dem Eberswalder Bahnhofsvorplatz zu versammeln. Im Rahmen des CSD Eberswalde wollen wir zeigen, dass wir eine starke Gemeinschaft sind, die für Menschenrechte und damit auch für die Rechte von Minderheiten eintritt und Farbe bekennt!